Warum ich so selten nach Rezept koche und backe
Der Hundertschar treuer Leser ist es sicher schon aufgefallen, daß bei den Rezepten hier immer nur ungefähre Angaben stehen, wenn überhaupt. Nun mag sich der eine oder andere fragen, warum das so ist und wie er das jeweilige Rezept nachkochen soll. Am besten, er oder sie macht es so wie ich und nimmt ein Rezept nur als Idee, welche Nahrungsmittel man wie kombinieren kann.
Ich persönlich finde kochen oder backen nach Rezept wirklich langweilig. Denn ich stelle gerade selbst etwas her, um einem standardisierten Produkt, wie man es vom Hersteller XY bekommt und das immer gleich schmeckt, zu entgehen und um etwas zu essen, was meinen ganz persönlichen Geschmacksvorlieben entspricht. Da kann es dann schon mal passieren, daß ich zu wenig Belag für einen Zwetschenkuchen verwende oder daß ein Eis farblich wenig ansprechend aussieht - zumindest nicht so, wie man es ausgehend von den Zutaten erwarten würde. Aber gerade das ist der Reiz des Selbermachens und Improvisierens, man erhält immer eine etwas andere Geschmacksrichtung und ein anderes Aussehen. Manchmal kommt dabei allerdings auch Murks bei raus, was man anderen lieber nicht anbieten würde; so wie heute zum Beispiel. Eigentlich wollte ich mir aus folgenden Zutaten ein Schokoeis herstellen. Was aber anders als sonst war, war der Einsatz von Kakaobutter. Und das war leider auch der Fehler.

Die Zutaten waren Vollmilch (3,5% Fett), schwach entöltes Kakaopulver, Kakaobutter, Vanillezucker, eine Chilischote und Rum (und nicht mit auf dem Bild rund 1/4 Teelöffel Zimt-Nelken-Piment-Kardamom-Gewürzmischung). Die Chilischote habe ich mehrmals eingeritzt und in der Milch miterhitzt, um einen Hauch Schärfe für die Milch-Kakaomischung zu erhalten. Die Milch hatte ich dann mit dem Kakaopulver langsam zum Kochen erhitzt, damit sich das Kakaopulver kolloidal in der Milch löst. Nachdem die Milch kochte, habe ich den Herd ausgeschaltet, die Gewürzmischung und die Kakaobutter eingerührt.
Nach dem Abkühlen habe ich noch einen Schuß Rum dazugegeben und die Flüssigkeit in die Eismaschine gefüllt. Nach rund 20 Minuten war das Eis auch fertig und sah auf dem ersten Blick auch ansprechend aus. Ich habe das natürlich so photographiert, daß man das Malheur nicht sofort erkennt.

Schaut man sich die Bilder vom Schokoeis aber genauer an, erkennt man schon, daß die (hellgelbe) Kakaobutter ausgefallen ist und sich kleinere und leider auch größere Stückchen Kakaobutter in der Eismasse befanden. Nun ja, das war natürlich nicht beabsichtigt. So recht kann ich mir auch nicht erklären, warum die eigentlich gelöste Kakaobutter beim Gefrieren ausfiel. Der Schmelzpunkt der Kakaobutter liegt zwar bei circa 36°C aber die auf Raumtemperatur abgekühlte Milch-Kakao-Flüssigkeit war weiterhin flüssig ohne Klümpchenbildung. Ich glaube, dieses Rezept wäre endlich mal ein Eisrezept, das durch den Zusatz von Eigelb gewinnen würde. Eigelb enthält Lecithin, welches als Emulgator wirkt und so ggf. eine Entmischung der Fett-Wasser-Emulsion verhindern könnte. Allserdings vermeide ich den Verzehr roher Eier wegen der bekannten mikrobiellen Belastung durch Salmonellen. Ich könnte auch einige feingemahlenene lecithinreiche Sojabohnen untermischen (übrigens werden rund 0,0005 % der Weltproduktion an Sojabohnen in Deutschland angebaut, soviel heute zum Thema unnützes Wissen) oder aber einfach auf die Zugabe von Kakaobutter verzichten.





Ich mache zwar ungern Werbung, aber die Chef 2200 (das Bild stammt zur Abwechslung dann auch vom Hersteller) vom italienischen Hersteller Nemox kann ich nur empfehlen, die 




