Die Banane ist botanisch betrachtet eine Beere
Die Schnauze voll von dummen Sprüchen auf Parties über den tollen Job in der Agentur, keine Lust mehr hohles Marketinggefasel zu hören, endlich mal was substanzielles sagen, um der Star jeder Party zu werden? Dann jetzt das Gelesene gut merken, auswendig lernen und bei passender Gelegenheit rezitieren. Aber bitte nicht nur einfach runterleiern, sondern wohl betont, semantisch einwandfrei und überzeugend: Die Banane ist botanisch betrachtet eine Beere!

Músa spec. (Banane, Musaceae): (I) Trimere, coene-synkarpe Frucht, in (II) teilweise geschält. (III) Querschnitt. (IV) Schematischer Querschnitt, grau hinterlegter Bereich entspricht einem Karpell (TROLL 1975). Das Perikarp differenziert sich in ein fibröses Exokarp und ein weiches Endokarp. Das Endokarp wuchert ins Innere und füllt die Lokulamente aus. Die Septen werden sekundär durch Mazeration aufgelöst. Die Fruchtentwicklung ist parthenokarp (durch Züchtung bzw. induziert durch Hormone), die Samen werden nicht weiter entwickelt und sind nur als kleine schwarze Samenrudimente (SA Ru) zu erkennen. Eine solche Leerfrüchtigkeit wird als Kenokarpie bezeichnet.
[Quelle: uni-vechta.de]
Auch Tomate, Gurke, Aubergine und Paprika sind Beeren. Während die Frucht der Vanille eine Kapselfrucht ist. Der Apfel wiederum ist eine Sonderform der Sammelbalgfrucht und wird auch gerne als Apfelfrucht bezeichnet.
Wem das jetzt zu botanisch erscheint, der kann es mit allgemeiner Biologie versuchen, um mal für 15 Minuten im Rampenlicht zu stehen:
Die Ontogenese rekapituliert die Phylogenese.
Diese sogenannte Biogenetische Grundregel von Ernst Haeckel ist kurz, knapp, sexy, enthält erstaunlich viele Fremdworte und lässt sich einfach merken und immer mal wieder gewinnbringend bei vielen Gelegenheiten anbringen. Zum Beispiel, wenn man gerade nicht einschlafen kann, weil man zu spät zuviel Tee getrunken hat und dann in den Weiten des Internets herumirrt und mal was anspruchsvolles in sein Blog schreiben möchte.






6/9/2006 23:56
> Zum Beispiel, wenn man gerade nicht einschlafen kann, weil man zu spät zuviel Tee getrunken hat
Menschen mit übermässigem Teeverlangen waren mir seit jeher suspekt. In dem vorliegenden Fall möchte ich eine Ausnahme machen, denn Personen, die sich mit Phylogenese beschäftigen, können so verkehrt nicht sein.
Apropos, da war doch auch was mit der Erdbeere die keine Beere ist sondern eine Rose?
7/9/2006 00:30
Die Erdbeere (Fragaria) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) - wie übrigens sehr viele Nutzpflanzen (z.B. Him- und Brombeeren hierher, Äpfel, Birnen, Quitten, Pflaumen, Kirschen, Pfirsiche, Aprikosen, Marillen oder Mandeln). Und wie die Früchte der Rose, die Hagebutte, ist die Erdbeere eine Sammelnussfrucht. Während andere Mitglieder der Familie der Rosaceae ganz andere Fruchtformen bilden. Kirschen sind z.B. Steinfrüchte, der Apfel ist eine Sammelbalgfrucht und Him- und Brombeeren sind Sammelsteinfrüchte.
Hier noch Bild und Text aus der selben Quelle wie oben - zum Glück hatte ich die Seite beizeiten mal abgespeichert.