Schokonuss-Dattel-Bananen-Schnittchen

Meine liebsten Koch- oder Backaktionen sind eigentlich die, bei denen man die eine oder andere Zutat dringend verarbeiten sollte, sei es wegen des Ablaufs des Mindesthaltbarkeitsdatums oder weil Früchte schon sehr reif sind. Bei dem folgendem Rezept war es die Milch, die das MHD erreicht hatte, und Bananen, die schon mehr braun als gelb in der Schale aussahen, mithin also vollreif waren. Außerdem hatte ich noch Datteln, Haselnüsse und Walnüsse vorrätig. Daraus sollte man doch etwas machen können.
Der botanisch-wissenschaftliche Name der Dattelpalme ist übrigens Phoenix dactylifera, wie der bekannte mythologische Vogel, der aus der Asche wiedergeboren wurde. Dactylifera leitet sich vom griechischen Wort daktulos (Finger) ab und bezieht sich auf die längliche Fruchtform. Die Frucht der Dattelpalme ist eine Steinfrucht wie z.B. auch Walnuß, Kirsche, Mango oder Hollunder. (Sehr ausführliche Infos (allerdings auf englisch) zur Kultivation und Verwendung der Dattelpalmen finden sich bei fao.org (Date Palm Cultivation), fao.org (Date Palm Products) und hort.purdue.edu.)
Die Datteln (rund 200g) habe ich vom Samen befreit und in etwas weniger als einem Liter Milch zusammen mit einer eingeritzten Vanillekapselfrucht (Vanilleschote ist eher irreführend, da die Fruchtform dieser Orchidee eine Kapselfrucht ist), einer Zimtstange (Ceylonzimt) und geschätzten 100g Butter (es war etwas mehr als ein Viertel einer handelsüblichen Butterpackung) aufgekocht. Dazu habe ich dann noch einige Teelöffel schwach entöltes Kakaopulver gegeben. Die ganze Mischung habe ich solange bei mittlerer Hitze vor sich hinköcheln lassen, bis die Datteln sich einigermaßen aufgelöst hatten und bis die Milch circa um die Hälfte reduziert war. Nach dem Abkühlen der Mischung habe ich die Zimtstange entfernt und zwei vollreife Bananen kleingeschnitten, dazugeben und die Dattel-Kakao-Vanille-Milch-Bananenmischung mit dem Pürierstab homogenisiert.

In einer weiteren Schüssel habe ich zerkleinerte Haselnüsse und Walnüsse mit Mehl (Type 550) und drei Eiern gemischt. Auf die Zugabe von Zucker habe ich verzichtet, da die Datteln und Bananen schon süß genug waren und außerdem kommt noch Rum dazu und die Kuvertüre zum Schluß enthält auch noch Zucker.
In die Mehl-Nuß-Eiermischung gibt man dann nach und nach die Dattel-Kakao-Vanille-Milch-Bananenmischung, dazu noch einen guten Schuß Rum sowie je nach Menge des Teigs Backpulver (ich habe ein ganzes Päckchen verwendet). Am Ende sollte dann ein eher dickflüssiger Teig vorliegen.
Ein weiterer Grund neben den oben erwähnten “Muß-dringend-weg-Zutaten”, etwas zu backen, war der kürzlich getätigte Kauf eines rechteckigen Metallbackrahmens, den ich natürlich auch umgehend ausprobieren wollte.
Die Handhabung ist denkbar einfach, den Backrahmen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech stellen, den dickflüssigen Teig hineingeben, der sich dann automatisch im Backrahmen verteilt.
Dann ab damit in den Backofen. Nächstes Mmal sollte ich den Backrahmen aber wohl doch einfetten, so war das Ablösen des fertigen Kuchens etwas mühselig.
Den ausgekühlten Kuchen schneidet man dann in Streifen und diese wiederum in Rechtecke. Auf die Rechtecke gibt man dann noch einige (oder auch ein paar mehr Tropfen) Rum - wer gern alkoholisierte Backwaren verzehrt, gibt natürlich etwas mehr Rum dazu. Nachdem der Rum in die Schnittchen eingezogen ist, überzieht man diese mit Zartbitterkuvertüre. Das Ergebnis sind leckere (und sehr gehaltvolle) Schokonuss-Dattel-Bananen-Schnittchen. Interessanterweise kam der Bananengeschmack erst am zweiten Tag so richtig zum Vorschein.























