Archiv für October, 2006

Schokonuss-Dattel-Bananen-Schnittchen

Meine liebsten Koch- oder Backaktionen sind eigentlich die, bei denen man die eine oder andere Zutat dringend verarbeiten sollte, sei es wegen des Ablaufs des Mindesthaltbarkeitsdatums oder weil Früchte schon sehr reif sind. Bei dem folgendem Rezept war es die Milch, die das MHD erreicht hatte, und Bananen, die schon mehr braun als gelb in der Schale aussahen, mithin also vollreif waren. Außerdem hatte ich noch Datteln, Haselnüsse und Walnüsse vorrätig. Daraus sollte man doch etwas machen können.

Der botanisch-wissenschaftliche Name der Dattelpalme ist übrigens Phoenix dactylifera, wie der bekannte mythologische Vogel, der aus der Asche wiedergeboren wurde. Dactylifera leitet sich vom griechischen Wort daktulos (Finger) ab und bezieht sich auf die längliche Fruchtform. Die Frucht der Dattelpalme ist eine Steinfrucht wie z.B. auch Walnuß, Kirsche, Mango oder Hollunder. (Sehr ausführliche Infos (allerdings auf englisch) zur Kultivation und Verwendung der Dattelpalmen finden sich bei fao.org (Date Palm Cultivation), fao.org (Date Palm Products) und hort.purdue.edu.)

Die Datteln (rund 200g) habe ich vom Samen befreit und in etwas weniger als einem Liter Milch zusammen mit einer eingeritzten Vanillekapselfrucht (Vanilleschote ist eher irreführend, da die Fruchtform dieser Orchidee eine Kapselfrucht ist), einer Zimtstange (Ceylonzimt) und geschätzten 100g Butter (es war etwas mehr als ein Viertel einer handelsüblichen Butterpackung) aufgekocht. Dazu habe ich dann noch einige Teelöffel schwach entöltes Kakaopulver gegeben. Die ganze Mischung habe ich solange bei mittlerer Hitze vor sich hinköcheln lassen, bis die Datteln sich einigermaßen aufgelöst hatten und bis die Milch circa um die Hälfte reduziert war. Nach dem Abkühlen der Mischung habe ich die Zimtstange entfernt und zwei vollreife Bananen kleingeschnitten, dazugeben und die Dattel-Kakao-Vanille-Milch-Bananenmischung mit dem Pürierstab homogenisiert.

In einer weiteren Schüssel habe ich zerkleinerte Haselnüsse und Walnüsse mit Mehl (Type 550) und drei Eiern gemischt. Auf die Zugabe von Zucker habe ich verzichtet, da die Datteln und Bananen schon süß genug waren und außerdem kommt noch Rum dazu und die Kuvertüre zum Schluß enthält auch noch Zucker.
In die Mehl-Nuß-Eiermischung gibt man dann nach und nach die Dattel-Kakao-Vanille-Milch-Bananenmischung, dazu noch einen guten Schuß Rum sowie je nach Menge des Teigs Backpulver (ich habe ein ganzes Päckchen verwendet). Am Ende sollte dann ein eher dickflüssiger Teig vorliegen.
Ein weiterer Grund neben den oben erwähnten “Muß-dringend-weg-Zutaten”, etwas zu backen, war der kürzlich getätigte Kauf eines rechteckigen Metallbackrahmens, den ich natürlich auch umgehend ausprobieren wollte.
Die Handhabung ist denkbar einfach, den Backrahmen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech stellen, den dickflüssigen Teig hineingeben, der sich dann automatisch im Backrahmen verteilt.
Dann ab damit in den Backofen. Nächstes Mmal sollte ich den Backrahmen aber wohl doch einfetten, so war das Ablösen des fertigen Kuchens etwas mühselig.
Den ausgekühlten Kuchen schneidet man dann in Streifen und diese wiederum in Rechtecke. Auf die Rechtecke gibt man dann noch einige (oder auch ein paar mehr Tropfen) Rum - wer gern alkoholisierte Backwaren verzehrt, gibt natürlich etwas mehr Rum dazu. Nachdem der Rum in die Schnittchen eingezogen ist, überzieht man diese mit Zartbitterkuvertüre. Das Ergebnis sind leckere (und sehr gehaltvolle) Schokonuss-Dattel-Bananen-Schnittchen. Interessanterweise kam der Bananengeschmack erst am zweiten Tag so richtig zum Vorschein.

Obstblechkuchen (Apfel und Zwetsche)

Diese Blechkuchen habe ich schon vor einiger Zeit gebacken, bin aber erst jetzt dazu gekommen, die Bilder zu sichten und zu bearbeiten. Da ich die Kuchen am späteren Nachmittag gebacken hatte, sind manche Bilder nicht ganz so optimal ausgeleuchtet (mal abgesehen von den Massen, die sich am Computer auf einmal alle als unscharf entpuppten), da ich keine Lust hatte, den Halogenstrahler anzustellen und stattdessen nur eine kleine Halogenleuchte benutzt habe. Mit einem guten Graphikprogramm konnte man aber einiges retten.

Im Gegensatz zum hier schon einmal erwähnten Zwetschenkuchen waren diese Blechkuchen etwas raffinierter und erforderten auch einen etwas größeren Arbeitsaufwand. Schmeckten dafür aber auch besser.

Als Zutaten braucht man:
Obst (z.B. Apfel oder Zwetschen)
Mehl (550 und Weizenvollkorn)
Hefe
Vanillezucker
Milch
Mandelstifte
Zitrone (unbehandelt, Schale und Saft werden verwendet)
Gewürzmischung (Zimt, Nelken, Piment, Kardamom)
Amaretto
Marzipan
Korinthen
Butter

Für den Hefeteig habe ich einen Würfel Hefe mit Milch und Vanillezucker angerührt, Mehl (550 und etwas Weizenvollkornmehl) und etwas Butterflocken dazugegeben und den (zähflüssigen) Teig gehen lassen.
Danach vermischt man den Teig mit soviel Mehl, daß man eine gut formbare Masse erhält. In diese Masse habe ich für den Zwetschenkuchen noch abgeriebene Zitronenschale gegeben.

Den Teig dann mit einem Nudelholz ausrollen (ein schweres Marmornudelholz ist da aus eigener Erfahrung empfehlenswert) und auf mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Mit einer Gabel mehrmals einstechen, damit das Kohlendioxid beim Backen besser entweichen kann. Das Marzipan so dünn wie möglich zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen. Wenn man das Marzipan zu dünn ausrollt, lässt es sich leider schlecht vom Backpapier lösen. Unter Umständen geht das Ausrollen besser, wenn man Marzipan und Nudelholz vorher im Kühlschrank gut durchkühlen lässt.

Das ausgerollte Marzipan auf den Teig geben. Die Zwetschen waschen, zur Hälfte einschneiden, entkernen und im Zitronensaft aufbewahren.

Die Zwetschen auf dem Teig verteilen, Mandelstifte hinzugeben, die Gewürze mit Amaretto und etwas Zucker vermischen und auf den Zwetschen verteilen. Danach noch ein paar Butterflocken auf dem Kuchen verteilen und ab in den Backofen.

Das Ergebnis kann dann z.B. so aussehen:

oder so:

Den Apfelblechkuchen habe ich so ähnlich gebacken. Mit einigen Einschränkungen und Änderungen. Das vorhandene Marzipan reichte nur für den halben Kuchen und die Zugabe der Zitronenschale zum Teig hatte ich etwas verpennt und dachte erst daran, als der Teig schon ausgerollt auf dem Blech lag. Aber es schmeckt auch gut, wenn man die Zitronenschale auf dem ausgerollten Teig bzw. auf dem Marzipan verteilt.

Zusätzlich habe ich noch in Amaretto eingweichte Korinthen auf dem Teig verteilt und erst dann die Apfelschnitze auf den Teig gegeben. Verteilt man die Korinthen erst danach auf den Äpfeln, gehen die Korinthen oft unschön beim Backen auf, werden kugelrund oder verbrennen auch leicht einmal.

Dazu dann wie oben beschrieben die Gewürze, die Mandelstifte und die Butterflocken.

Nach dem Backen kann der Blechkuchen dann so

oder auch so aussehen.

Zur Sammelbalgfrucht bzw. Apfelfrucht des Apfels (Malus spec.) hatte ich schon einmal etwas geschrieben.

Da bei google gern nach querschnitt apfel gesucht wird, habe ich einen Apfel durchgeschnitten und photographiert. Und siehe da, man erkennt einige Gemeinsamkeiten mit der schematischen Zeichnung (vor allem Samenanlage (SA) und die Leitbündel (Lbü)).


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