Archiv für May, 2007

Ananas-Sorbet

Das heutige Rezept für Ananas-Sorbet ist eigentlich so eine Art Resteverwertung von Früchten, die auch mal weg mussten.

Die Fruchtform der Ananas (Ananas sativus) ist ein Beerenfruchtverband. Die Ananas besitzt dicht stehende Blüten mit unterständigem Fruchtknoten, die parthenokarp, d.h. ohne Befruchtung zur Fruchtbildung übergehen. Das Perikarp wird fleischig (Beere). Weiterhin werden die Tragblätter der einzelnen Blüten und die Infloreszenzachse fleischig, so daß die Ananasfrucht als fleischig gewordener Blütenstand bezeichnet werden kann: Beerenfruchtverband oder Beerenfruktifizenz. An ihrer Spitze wird die Frucht wieder vegetativ (Blattschopf); Stichwort: Prolifikation der Infloreszenz.

Aber zurück zum Eis. Da die Zugabe von nicht erhitzter Ananas zu Milch aufgrund diverser Enzyme der Ananas immer dazu führt, daß das Milcheiweiß ausfällt, habe ich mich für ein Sorbet entschieden. Durch die Zugabe einer Banane wurde das Ergebnis auch so cremig wie ein Milchspeiseeis.

Hier die Zutatenliste:
1 mittelgroße Ananas
1 reife Banane
1 Zitrone (Schale + Saft)
1 Teelöffel Vanillezucker
eine Prise Salz
Rum
geriebene Tonkabohne

Die Ananas kleinschneiden und zusammen mit Zucker, Salz, Zitronenschale, Zitronensaft und der Banane pürieren. Dann einen guten Schuß Rum hinzugeben, etwas Tonkabohne darüberreiben und in die Eismaschine geben. Ganz wichtig: Nicht nur das Rührgerät der Eismaschine einschalten, sondern auch den Kompressor. Letzteres hatte ich erst vergessen und wunderte mich nach einer Viertelstunde nur, daß noch gar keine Vereisung stattfand.
Das Ergebnis ist ein sehr luftiges, cremiges, lecker fruchtiges und aromatisch riechendes Ananas-Sorbet.

Waldmeister-Vanille-Tonkabohneneis mit Chartreuse

Waldmeister (Galium odoratum) gehört zur Famile der Rubiaceae (Rötegewächse) und ist auch unter den Namen Herzfreund, Leberkraut, Maichrut, Maikraut, Mösch, Teekraut, Waldmutterkraut, Waldtee, Wohlriechendes Labkraut, Maiblume, Gliedkraut, Gliedegänge oder Halskräutlein bekannt.

 

Frischer Waldmeister riecht kaum, der charakteristische Geruch ensteht erst beim Welken der Blätter, wenn Enzyme das glykosidisch gebundene Cumarin freisetzen. Da Cumarin auch in der Tonkabohne enthalten ist, habe ich zu dieser Eiskreation auch etwas Tonkabohnen hinzugetan. Tonkabohnen sind in letzter Zeit eh mein Allzweckgewürz geworden, eine Prise davon paßt z.B. auch prima zu Pastagerichten.

 

Eigentlich dachte ich, ein Schuß grüne Chartreuse würde dafür sorgen, daß das Eis einen dezenten Grünton erhält. Das funktionierte leider nicht, die Zugabe des grünen Mönchslikörs hatte keine Auswirkungen auf die Farbe, dafür fand ich den leichten Chartreuse-Beigeschmack aber sehr reizvoll zum Waldmeister-Vanillegeschmack.

 

Hier die Zutatenliste:

ca. 0,5l Vollmilch
mehrere Zweige welker Waldmeister
eine halbe Vanilleschote
Tonkabohnen
Chartreuse
3 Teelöffel (Vanille-)Zucker
1 Prise Salz

Milch mit Waldmeister, Vanilleschote, Zucker, Salz und einer halben Tonkabohne langsam aufkochen und auf ungefähr die Hälfte reduzieren. Nach dem Abkühlen Waldmeister, Vanilleschote und Tonkabohne entfernen. Nach Geschmack noch etwas Tonkabohnen in die Milchmischung reiben.

Dann den Schuß Chartreuse hinzugeben und die Masse in die Eismaschine füllen. Das Ergebnis ist ein weißes Eis, das herrlich nach Waldmeister/Tonkabohnen/Vanille schmeckt.


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