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Physalis peruviana, Blasenkirschen, Judenkirschen, Andenbeere, Kapstachelbeere, Inkapflaume, Ananaskirsche, Goldbeere, Schlotte

Wie die Überschrift schon zeigt, hat das Nachschattengewächs Physalis peruviana viele deutsche Namen. In der englischen Sprache sind es nicht ganz so viele, die Wikipedia z.B. listet nur Cape Gooseberry, Ground-cherry, Golden Berry oder Inca Berry auf. Ähnlich wie andere Mitglieder der Familie Solanaceae (Nachschattengewächse) wie z.B. Tomaten, Paprika oder Kartoffeln ist die Frucht der Kapstachelbeere eine Beere. Diesmal stimmt die Bezeichnung sogar, was nicht immer der Fall ist, spricht man doch bei der Kapselfrucht der Vanille fälschlicherweise von einer Schote und auch die Paprika wird gern als Schote bezeichnet.

Wie Tomate, Paprika oder Kartoffeln ist die Physalis peruviana - wie der lateinische Name schon vermuten läßt - ein Gewächs, das ursprünglich aus der Neuen Welt stammt.
Zur Bezeichnung Judenkirsche findet sich in der deutschen Wikipedia eine anschauliche Erklärung:

Der Name Judenkirsche leitet sich von der Form des umgebenden Lampions (des Blütenkelchs) ab, der in seiner Form und Farbe den nach diversen Kleiderordnungen für Juden vorgeschriebenen Hüten gleicht, die sich wiederum von der phrygischen Mütze ableiten lassen. Üblich waren diese seit dem Frühmittelalter.

Die phrygischen Mütze kennt man z.B. von den antiken Phrygern, den Jakobinern der französischen Revolution oder von den Schlümpfen. Interessanterweise wurde die phrygische Mütze auch in der Flagge Argentiniens von 1836 bis etwa 1849 verwendet.

Als nichtklimakterische Frucht reift die Kapstachelbeere nach der Ernte nicht nach.

Schaut man sich die Frucht genauer an, so erkennt man eine Unmenge kleiner Samen. Diese kann man wohl recht gut zur Aussat nutzen und auch in unseren Breiten kultivieren, wie hier jemand zeigt.

Unter Freilandbedingungen ist die Pflanze bei uns einjährig und wird etwa 1 - 2 m hoch. Im geheizten Gewächshaus kann sie mehrjährig wachsen und bei entsprechender Aufleitung bis zu 2,50 m hoch werden. Die Pflanze hat ei- bis herzförmige, ganzrandige Blätter. Die Blüten sind hellgelb gefärbt mit schwarzem Schlund. Aus den Kelchblättern entwickelt sich eine papierballonartige Hülle, in der sich je eine gelb- bis orangefarbene, kirsch- bis mirabellengroße Frucht befindet.
Die Andenbeere kann ab Mitte Mai an einen geschützten Platz ins Freie gepflanzt werden oder man baut sie im Gewächshaus an. Pro m² können 1 bis 2 Pflanzen stehen. Ein normaler bis humoser Gartenboden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 ist der Andenbeere gerade recht. Der Nährstoffbedarf ist geringer als bei der Tomate. Wurde der Boden im Frühjahr mit Kompost versorgt, wird mit der Pflanzung noch 50 g Hornmehl pro m² gegeben. Bei Bedarf wird später flüssig nachgedüngt. Die Andenbeere wächst zunächst eintriebig und verzweigt sich in einer Höhe von 30 bis 40 cm. Von diesem Zeitpunkt an kann die Pflanze 3- bis 4-triebig gezogen werden. Die Triebe werden an Schnüren aufgeleitet.
Die Andenbeere kann auch wie eine Kübelpflanze behandelt werden. Dazu wird sie in 10- bis 12-Liter-Kübeln kultiviert, vor dem Frost eingeräumt, um ein Drittel zurückgeschnitten und frostfrei bei 5 bis 10 °C überwintert. Im Sommer kann sie einen sonnigen, windgeschützten Platz im Freien oder im gut gelüfteten Gewächshaus erhalten. Die Früchte sind erntereif, sobald die Hülle sich verfärbt hat und strohig trocken ist. Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen 3 bis 4 Monate. Unreif geerntete Früchte sind ungenießbar und reifen kaum nach.

Weitere Informationen zum weltweiten Anbau finden sich auch bei hort.purdue.edu.

Sehr interessant sieht auch die Netzstruktur des die Frucht schützenden Kelchblattes aus.

Geschmacklich sagt mir die Ananaskirsche schon zu, sie ist süß und ein wenig bitter mit einem ganz eigenen Geschmack. Ökologisch ist der Verzehr allerdings eher nicht zu rechtfertigen, da ich importierte Physalis aus Kolumbien gekauft hatte. Aber zum Photograhpieren kann man das schon mal machen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu bekommen so als Ökostalinist.

Zitronensorbet

Neulich hatte ich mich abgemüht, die Schale einer Zitrone irgendwie klein zu bekommen, ohne daß das weiße Plazentagewebe dabei mit abgeschnitten wird. Mittlerweile habe ich mir aber einen Zestenschneider zugelegt. Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert, wie einfach es auf einmal ist, die Schale in kleinen Fäden abzutrennen. Und was liegt da näher als bei diesem herrlichen Altweibersommerwetter ein Zitronensorbet herzustellen?

Der Name [Altweibersommer] leitet sich von Spinnfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Luft segeln. Mit “weiben” wurde im Altdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet. Im Volksglaube wurden diese Spinnweben aber auch für Gespinste von Elfen, Zwergen oder der Jungfrau Maria (”Marienfäden”, “Marienseide”, “Marienhaar” oder “Unserer Lieben Frauen Gespinst”) gehalten.

Die neumodische Bezeichnung Indian Summer vergißt man am besten schnell wieder. Dann lieber den schwedischen Brittsommar.
Aber zurück zum Zitronensorbet. Das ist einfach herzustellen, zur Not geht das auch ohne Eismaschine. Am besten man verwendet unbehandelte Biozitronen.

Ich habe rund 400ml Wasser im Wasserkocher aufgekocht, darin drei gestrichenen Eßlöffel Zucker gelöst. Von einer großen und einer kleinen Zitrone habe ich die Schale mit dem neu erworbenen Zestenschneider entfernt und dann diese beiden Zitronen und eine weitere kleine Zitrone ausgepresst. Den Saft gibt man dann mit der Zitronenschale in die Zuckerlösung.

Wer eine Eismaschine hat, gibt die Flüssigkeit in die Maschine. Im Gegensatz zum Milchspeiseeis, was ich sonst meistens herstelle, sollte man hier desöfteren mal schauen, da bei sich mir zumindest die Masse am Rand des Behälters doch recht schnell als festere Eismasse absetzte, während in der Mitte noch alles flüssig war. Ein kurzes Ausschalten des Rührers und manuelles Verteilen der Masse schafft da aber schnell Abhilfe.

Läßt man die Masse im Gefrierfach fest werden, dann sollte man diese regelmäßig umrühren, damit sich nicht zu große Eiskristalle bilden. Oder aber man macht gleich eine Granita-Variante daraus, da muß man nicht so oft zum Gefrierfach eilen.
Ich kann jedem, der gern Eis verzehrt und bisher wegen des Aufwands der Herstellung im Gefrierschrank nur Industrieeis gegessen hat, nur empfehlen, eine Eismaschine zu erwerben.
Ich mache zwar ungern Werbung, aber die Chef 2200 (das Bild stammt zur Abwechslung dann auch vom Hersteller) vom italienischen Hersteller Nemox kann ich nur empfehlen, die Webseite dazu allerdings wegen Framealarm weniger.

Das Wort Sorbet (auch Sorbett oder Halbgefrorenes) stammt von persischen Scherbett, “und kam über das Arabische sherbet und Französische le sorbet ins Deutsche. In jenen beiden Sprachen bedeutet es eisgekühltes Getränk, Halbgefrorenes.” Und wie der Name bzw. das Synonym Halbgefrorenes schon nahelegt, schmeckt ein Sorbet am besten, wenn es mindestens zur Hälfte flüssig ist. Das Zitronensorbet schmeckte herrlich erfrischend mit einer harmonischen Säure, photographiert habe ich es trotzdem im eher gefroreneen Zustand.


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