Archiv für 'obst'

Aromazwetschen-Konfitüre

Zwetschen bzw. Zwetschgen besonders als Bühler Frühzwetschgen kennt eigentlich jeder. Kaum bekannt ist hingegen die Aromazwetsche. Im Internet finden sich gerade mal ein paar Fundstellen, die aber keine weiteren Informationen liefern. Um so erfreulicher ist es, daß es neulich auf dem Wochenmarkt Aromazwetschen gab. Diese sind kleiner als die bekannten Bühler Zwetschen und schmecken aromatischer aber weit weniger süß. Zum alleinigen Verzehr ist die Aromazwetsche also weniger geeignet. Um so besser ist sie allerdings zum Einmachen geeignet.
Und da ich beim Herstellen von Konfitüre (der Begriff Marmelade ist ja seit einiger Zeit obsolet für Fruchtaufstriche, die nicht aus Zitrusfrüchten gewonnen wurden) sogar halbwegs die Zutaten abwiege, damit das Endprodukt auch entsprechend geliert, kann ich diesmal sogar mit einem Rezept aufwarten:
1,5 kg Aromazwetschen
350 g Vanillezucker
1 Packung Einmachhilfe 3:1 (wahlweise sollte auch nur Pektin reichen)
2 Eßlöffel Gewürzmischung aus Ceylon-Zimtrinde, Vanille, Nelken, Piment und Tonkabohnen
ein Schuß Rum

Die Gläser, in die die Konfitüre gefüllt werden soll, mit kochendem Wasser aufgießen. Die Deckel ebenfalls mit kochendem Wasser aufgießen. Falls man - so wie ich - eine bunt zusammengewürfelte Gläsersammlung hat, vorher unbedingt austesten, ob die Deckel auch auf die Gläser passen und ob diese auch dicht schliessen. Mir war leider nach dem Einfüllen der fertigen Konfitüre aufgefallen, daß ein Deckel zwar aufs Glas passte, aber alles andere als dicht war.
Die Aromazwetschen waschen, entkernen und rund 1/4-1/3 davon kleinschneiden, den Rest pürieren. Man kann auch alles kleinschneiden, dazu war ich aber zu faul. Einige Eßlöffel Zucker mit der Einmachhilfe verrühren und unter die Fruchtmasse rühren. Diese in einem hohen Topf unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Sobald die Masse kocht, den mit der Gewürzmischung verrührten Zucker hinzufügen, und ständig weiter rühren. Nachdem die Masse erneut aufgekocht ist, drei Minuten weiterrühren und sprudelnd kochen lassen, nebenbei die mit kochendem Wasser aufgegossenen Gläser leeren. Kurz vor dem Abfüllen in Gläser einen guten Schuß Rum hinzufügen. Dann die Fruchtmasse bis zum Rand in die Gläser füllen, diese verschliessen, sofort umdrehen und auf den Deckeln stehend etwas auskühlen lassen. Und fertig ist die Aromazwetschenkonfitüre, die durch ihre ansprechende rote Farbe und den feinen süß-säuerlichen Geschmack begeistert.

Gut schmeckt sie übrigens auch zum Mehrkorn-Fladenbrot.

Die Banane ist botanisch betrachtet eine Beere

Die Schnauze voll von dummen Sprüchen auf Parties über den tollen Job in der Agentur, keine Lust mehr hohles Marketinggefasel zu hören, endlich mal was substanzielles sagen, um der Star jeder Party zu werden? Dann jetzt das Gelesene gut merken, auswendig lernen und bei passender Gelegenheit rezitieren. Aber bitte nicht nur einfach runterleiern, sondern wohl betont, semantisch einwandfrei und überzeugend: Die Banane ist botanisch betrachtet eine Beere!

Músa spec. (Banane, Musaceae): (I) Trimere, coene-synkarpe Frucht, in (II) teilweise geschält. (III) Querschnitt. (IV) Schematischer Querschnitt, grau hinterlegter Bereich entspricht einem Karpell (TROLL 1975). Das Perikarp differenziert sich in ein fibröses Exokarp und ein weiches Endokarp. Das Endokarp wuchert ins Innere und füllt die Lokulamente aus. Die Septen werden sekundär durch Mazeration aufgelöst. Die Fruchtentwicklung ist parthenokarp (durch Züchtung bzw. induziert durch Hormone), die Samen werden nicht weiter entwickelt und sind nur als kleine schwarze Samenrudimente (SA Ru) zu erkennen. Eine solche Leerfrüchtigkeit wird als Kenokarpie bezeichnet.

[Quelle: uni-vechta.de]

Auch Tomate, Gurke, Aubergine und Paprika sind Beeren. Während die Frucht der Vanille eine Kapselfrucht ist. Der Apfel wiederum ist eine Sonderform der Sammelbalgfrucht und wird auch gerne als Apfelfrucht bezeichnet.

Wem das jetzt zu botanisch erscheint, der kann es mit allgemeiner Biologie versuchen, um mal für 15 Minuten im Rampenlicht zu stehen:

Die Ontogenese rekapituliert die Phylogenese.

Diese sogenannte Biogenetische Grundregel von Ernst Haeckel ist kurz, knapp, sexy, enthält erstaunlich viele Fremdworte und lässt sich einfach merken und immer mal wieder gewinnbringend bei vielen Gelegenheiten anbringen. Zum Beispiel, wenn man gerade nicht einschlafen kann, weil man zu spät zuviel Tee getrunken hat und dann in den Weiten des Internets herumirrt und mal was anspruchsvolles in sein Blog schreiben möchte.


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