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Feigen-Cantaloupe-Melonen-Konfitüre

Dem einen oder anderen Besucher wird sicher schon aufgefallen sein, daß ich dieses Blog neben dem Veröffentlichen von Rezepten, Warenkunde u.ä. auch als Medium nutze, um einfach Unmengen von Photos ins Netz zu stellen. Zum einem finde ich es schade, daß viele Kochblogs das Medium Blog und Internet kaum zur umfassenden Bebilderung nutzen oder die veröffentlichten Bilder viel zu klein sind und/oder die Lebensmittel wenig optimal aussehen lassen, zum anderen muß ich die über 6GB Speicherplatz, die mir mein Provider anbietet, doch mal vollbekommen. Deshalb gibt’s heute einige Photos mit Feigen und Cantaloupe-Melonen.

Die Feige ist eine etwas merkwürdige Frucht (genau genommen handelt es sich um einen Steinfruchtverband), wenn man sie sich näher anschaut und ein wenig mehr über die Befruchtung weiß.

Die Befruchtung erfolgt durch eine ungewöhnlich komplexe Symbiose zwischen den beiden Varietäten von Ficus carica, nämlich der Ess- oder Haus-Feige (var. domestica) und der Bocks-Feige (var. caprificus) sowie der zwei bis drei Millimeter großen Feigenwespe (Blastophaga psenes). Während die Bocks-Feige männliche und weibliche Blüten besitzt, hat die Ess-Feige nur weibliche, die mithilfe der Feigenwespen durch die Pollen der Bocks-Feige bestäubt werden müssen. Die Larven der Feigenwespen entwickeln sich in den weiblichen Blüten der Bocks-Feige. Dabei wird der Fruchtknoten zerstört und entartet zu einer knotigen Galle. Wenn die Wespen schlüpfen, sind die männlichen Blüten reif, und beim Verlassen des Fruchtstands durch den Kanal nehmen die Wespen die Pollen mit. Zur Eiablage suchen die Wespen Feigen beider Varietäten auf, wobei sie die Blüten bestäuben. Legen sie ihre Eier in nicht zu Gallen veränderten weiblichen Blüten der Bocks-Feige ab, entwickelt sich dort die nächste Generation von Wespen. Geraten sie in die Blüten der Ess-Feige, ist die Eiablage wegen deren Blütenform nicht möglich, wohl aber die Bestäubung, und die weiblichen Feigenwespen sterben im Inneren der Blüten, die sich nun zu Früchten mit den charakteristischen kleinen Samen entwickeln.

Vor dem Verzehr oder der weiteren Verwendung sollte man jede Feige aufschneiden und genau betrachten, da man leider von außen u.U. nicht sieht, ob die Feige schon von Schimmelpilzen befallen ist. Von den zehn Feigen, die ich gekauft hatte, war das leider bei einer Feige der Fall, so daß nur noch neun übrig blieben, die rund 500g auf die Waage brachten.

Schimmel ist vor allem bei getrockneten Feigen ein Risiko, da man hier optisch weniger deutlich einen Unterschied zwischen dem getrockneten Feigengewebe und den Schimmelpilzen sieht.

Melonen gehören zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) wie z.B. auch die Gurke, Zucchini oder der Kürbis. Die Fruchtform ist wie bei der Tomate, der Paprika oder der Banane eine Beere.

Während Gurken und Zucchini als Gemüse verkauft werden, sind Melonen als Obst bekannt. Obwohl beides Früchte sind (z.B. im Gegensatz zu Sproßknollen wie die Kartoffel oder Blättern wie Pok-Choi, Rauke oder Rapunzel) und sowohl roh als auch erhitzt verzehrt werden können.

Die Trennung zwischen und Obst und Gemüse ist also recht willkürlich. Dies wird z.B. besonders an Kirschtomaten, die erheblich süßer als normale Tomaten schmecken, deutlich.

Der Begriff Obst stammt aus dem Althochdeutschen (obez “Zukost”) und meinte ursprünglich alles, was außer Brot und Fleisch verzehrt wurde, auch Hülsenfrüchte, Gemüse und Ähnliches.

Heute ist es ein Sammelbegriff der für den Menschen genießbaren Früchte und Samen von meistens mehrjährigen Bäumen und Sträuchern, die zum größten Teil roh gegessen werden können (Frischobst).

Die Unterscheidung zwischen Obst und Gemüse ist unscharf. In der Regel stammt Obst von mehrjährigen, Gemüse von einjährigen Pflanzen und der Zuckergehalt beim Obst ist meistens höher. Botanisch gesehen entsteht Obst aus der befruchteten Blüte. Gemüse entsteht aus anderen Pflanzenteilen. Paprika, Tomaten, Zucchini, Kürbisse und Gurken sind zwar Früchte, werden aber gemeinhin wegen der fehlenden Süße bzw. Säure nicht als Obst, sondern als Fruchtgemüse bezeichnet. Rhabarber hingegen ist ein Pflanzenstengel, wird aber auch als Obst verwendet.

Die Cantaloupe-Melone ist angeblich auch als Warzenmelone bekannt. Aber mit dem Namen wäre sie wohl nicht wirklich so erfolgreich. Das ist so ähnlich wie Wanzendill, Schwindelkorn, Schwindelkraut, Stinkdill, Wandläusekraut, Wanzenkraut oder Wanzenkümmel. Den würde sicher auch kaum einer in seine Mahlzeit haben wollen. Mit Koriander sieht es da schon ganz anders aus.

Aber zurück zur Feigen-Cantaloupe-Melonen-Konfitüre…

Hier das Rezept:
9-10 Feigen
1 Cantaloupe-Melone (insgesamt sollte sich 1kg Fruchtmasse ergeben)
1 Vanilleschote (feingemahlen)
350g Vanillezucker
1 Packung Einmachhilfe 3:1
Gewürzmischung aus Zimt, Nelken, Piment und Tonkabohnen
ein Schuß Rum

Die Zubereitung erfolgt analog der für die Holunderbeeren-Zwetschen-Apfel-Konfitüre und Aromazwetschen-Konfitüre beschriebene Vorgehensweise.

Die Gläser, in die die Konfitüre gefüllt werden soll, mit kochendem Wasser aufgießen. Die Deckel ebenfalls mit kochendem Wasser aufgießen.
Einige Eßlöffel Zucker mit der Einmachhilfe verrühren und unter die Feigen-Melonenmasse rühren. Diese in einem hohen Topf unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Sobald die Masse kocht, den mit der Gewürzmischung und der zerkleinerten Vanilleschote verrührten Zucker hinzufügen, und ständig weiter rühren. Nachdem die Masse erneut aufgekocht ist, drei Minuten weiterrühren und sprudelnd kochen lassen, nebenbei die mit kochendem Wasser aufgegossenen Gläser leeren. Kurz vor dem Abfüllen in Gläser einen guten Schuß Rum hinzufügen. Dann die Fruchtmasse bis zum Rand in die Gläser füllen, diese verschliessen, sofort umdrehen und auf den Deckeln stehend etwas auskühlen lassen.

Die fertige Feigen-Cantaloupe-Melonen-Konfitüre sieht dann so aus:

Als Fruchtaufstrich auf frischem, selbstgebackenem Mehrkorn-Fladenbrot sieht das dann z.B. so aus:

oder auch so, je nach Blickwinkel:

Die Banane ist botanisch betrachtet eine Beere

Die Schnauze voll von dummen Sprüchen auf Parties über den tollen Job in der Agentur, keine Lust mehr hohles Marketinggefasel zu hören, endlich mal was substanzielles sagen, um der Star jeder Party zu werden? Dann jetzt das Gelesene gut merken, auswendig lernen und bei passender Gelegenheit rezitieren. Aber bitte nicht nur einfach runterleiern, sondern wohl betont, semantisch einwandfrei und überzeugend: Die Banane ist botanisch betrachtet eine Beere!

Músa spec. (Banane, Musaceae): (I) Trimere, coene-synkarpe Frucht, in (II) teilweise geschält. (III) Querschnitt. (IV) Schematischer Querschnitt, grau hinterlegter Bereich entspricht einem Karpell (TROLL 1975). Das Perikarp differenziert sich in ein fibröses Exokarp und ein weiches Endokarp. Das Endokarp wuchert ins Innere und füllt die Lokulamente aus. Die Septen werden sekundär durch Mazeration aufgelöst. Die Fruchtentwicklung ist parthenokarp (durch Züchtung bzw. induziert durch Hormone), die Samen werden nicht weiter entwickelt und sind nur als kleine schwarze Samenrudimente (SA Ru) zu erkennen. Eine solche Leerfrüchtigkeit wird als Kenokarpie bezeichnet.

[Quelle: uni-vechta.de]

Auch Tomate, Gurke, Aubergine und Paprika sind Beeren. Während die Frucht der Vanille eine Kapselfrucht ist. Der Apfel wiederum ist eine Sonderform der Sammelbalgfrucht und wird auch gerne als Apfelfrucht bezeichnet.

Wem das jetzt zu botanisch erscheint, der kann es mit allgemeiner Biologie versuchen, um mal für 15 Minuten im Rampenlicht zu stehen:

Die Ontogenese rekapituliert die Phylogenese.

Diese sogenannte Biogenetische Grundregel von Ernst Haeckel ist kurz, knapp, sexy, enthält erstaunlich viele Fremdworte und lässt sich einfach merken und immer mal wieder gewinnbringend bei vielen Gelegenheiten anbringen. Zum Beispiel, wenn man gerade nicht einschlafen kann, weil man zu spät zuviel Tee getrunken hat und dann in den Weiten des Internets herumirrt und mal was anspruchsvolles in sein Blog schreiben möchte.


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