Earl-Grey-Tee selbstgemacht

Vor einiger Zeit hatte ich mir ein 10ml Fläschen Bergamottöl gekauft. Damit kann man leckeres Eis produzieren oder aber man stellt sich selbst seinen Earl-Grey-Tee her. [Der aufmerksame Leser dieses Blogs wird sich sicher erinnern, daß ich außer mit Bergamotte aromatisiertem Tee sonst kein Freund von Aromenzusätzen zum Tee bin (selbst den Zusatz von Zucker, Milch oder gar Sahne lehne ich ab)]. Dies ist besonders geeignet, wenn man noch Tee vorrätig hat, den man nicht so recht mag, weil er z.B. zu kräftig schmeckt. Ich habe z.B. noch einen Ceylon Pekoe Mahagastotte, der ein halber Fehlkauf war, da er mir wie alle Ceylon-Tees, die ich bisher probiert hatte, zu kräftig schmeckt. Interessanterweise spricht man immer noch von Ceylon-Tees, obwohl Ceylon schon seit 1972 Sri Lanka heißt.
Also habe ich diesmal den Tee mit einigen Tropfen Bergamotte vermischt und dann mit kochendem Wasser aufgegossen. Die Infusion schmeckte mir wesentlich besser als der pure Ceylontee. Und vor allem schmeckte dieser selbstgemachte Earl-Grey-Tee um Klassen besser als alle vorproduzierten Earl-Grey-Tees, die ich bisher getrunken hatte. Rechnet man den Preis für das Bergamottöl auf die damit herzustellende Menge an Tee um, dann ergibt das geradezu einen Schnäppchenpreis. Bei ätherischem Öl aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) hat man auch die Gewißheit, daß im Tee keine naturidentischen oder künstlichen Aromen enthalten sind.

Physalis peruviana, Blasenkirschen, Judenkirschen, Andenbeere, Kapstachelbeere, Inkapflaume, Ananaskirsche, Goldbeere, Schlotte

Wie die Überschrift schon zeigt, hat das Nachschattengewächs Physalis peruviana viele deutsche Namen. In der englischen Sprache sind es nicht ganz so viele, die Wikipedia z.B. listet nur Cape Gooseberry, Ground-cherry, Golden Berry oder Inca Berry auf. Ähnlich wie andere Mitglieder der Familie Solanaceae (Nachschattengewächse) wie z.B. Tomaten, Paprika oder Kartoffeln ist die Frucht der Kapstachelbeere eine Beere. Diesmal stimmt die Bezeichnung sogar, was nicht immer der Fall ist, spricht man doch bei der Kapselfrucht der Vanille fälschlicherweise von einer Schote und auch die Paprika wird gern als Schote bezeichnet.

Wie Tomate, Paprika oder Kartoffeln ist die Physalis peruviana - wie der lateinische Name schon vermuten läßt - ein Gewächs, das ursprünglich aus der Neuen Welt stammt.
Zur Bezeichnung Judenkirsche findet sich in der deutschen Wikipedia eine anschauliche Erklärung:

Der Name Judenkirsche leitet sich von der Form des umgebenden Lampions (des Blütenkelchs) ab, der in seiner Form und Farbe den nach diversen Kleiderordnungen für Juden vorgeschriebenen Hüten gleicht, die sich wiederum von der phrygischen Mütze ableiten lassen. Üblich waren diese seit dem Frühmittelalter.

Die phrygischen Mütze kennt man z.B. von den antiken Phrygern, den Jakobinern der französischen Revolution oder von den Schlümpfen. Interessanterweise wurde die phrygische Mütze auch in der Flagge Argentiniens von 1836 bis etwa 1849 verwendet.

Als nichtklimakterische Frucht reift die Kapstachelbeere nach der Ernte nicht nach.

Schaut man sich die Frucht genauer an, so erkennt man eine Unmenge kleiner Samen. Diese kann man wohl recht gut zur Aussat nutzen und auch in unseren Breiten kultivieren, wie hier jemand zeigt.

Unter Freilandbedingungen ist die Pflanze bei uns einjährig und wird etwa 1 - 2 m hoch. Im geheizten Gewächshaus kann sie mehrjährig wachsen und bei entsprechender Aufleitung bis zu 2,50 m hoch werden. Die Pflanze hat ei- bis herzförmige, ganzrandige Blätter. Die Blüten sind hellgelb gefärbt mit schwarzem Schlund. Aus den Kelchblättern entwickelt sich eine papierballonartige Hülle, in der sich je eine gelb- bis orangefarbene, kirsch- bis mirabellengroße Frucht befindet.
Die Andenbeere kann ab Mitte Mai an einen geschützten Platz ins Freie gepflanzt werden oder man baut sie im Gewächshaus an. Pro m² können 1 bis 2 Pflanzen stehen. Ein normaler bis humoser Gartenboden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 ist der Andenbeere gerade recht. Der Nährstoffbedarf ist geringer als bei der Tomate. Wurde der Boden im Frühjahr mit Kompost versorgt, wird mit der Pflanzung noch 50 g Hornmehl pro m² gegeben. Bei Bedarf wird später flüssig nachgedüngt. Die Andenbeere wächst zunächst eintriebig und verzweigt sich in einer Höhe von 30 bis 40 cm. Von diesem Zeitpunkt an kann die Pflanze 3- bis 4-triebig gezogen werden. Die Triebe werden an Schnüren aufgeleitet.
Die Andenbeere kann auch wie eine Kübelpflanze behandelt werden. Dazu wird sie in 10- bis 12-Liter-Kübeln kultiviert, vor dem Frost eingeräumt, um ein Drittel zurückgeschnitten und frostfrei bei 5 bis 10 °C überwintert. Im Sommer kann sie einen sonnigen, windgeschützten Platz im Freien oder im gut gelüfteten Gewächshaus erhalten. Die Früchte sind erntereif, sobald die Hülle sich verfärbt hat und strohig trocken ist. Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen 3 bis 4 Monate. Unreif geerntete Früchte sind ungenießbar und reifen kaum nach.

Weitere Informationen zum weltweiten Anbau finden sich auch bei hort.purdue.edu.

Sehr interessant sieht auch die Netzstruktur des die Frucht schützenden Kelchblattes aus.

Geschmacklich sagt mir die Ananaskirsche schon zu, sie ist süß und ein wenig bitter mit einem ganz eigenen Geschmack. Ökologisch ist der Verzehr allerdings eher nicht zu rechtfertigen, da ich importierte Physalis aus Kolumbien gekauft hatte. Aber zum Photograhpieren kann man das schon mal machen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu bekommen so als Ökostalinist.


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